28. Internationales Airport Race 2011

Neue Gesichter und eine warme Dusche

Mit noch einem Teilnehmerrekord ging das Internationale Airport-Race in seine 28. Runde um den Hamburger Flughafen. Der Sommer war für ein paar Tage nochmal kräftig zurückgekommen - es wurde noch einmal richtig warm zum Auftakt des 12. hella Laufcups (das Airport-Race ist der erste von drei Wertungsläufen). Eigentlich schon zu warm - da kam der Nieselregen, der kurz vor dem Start einsetzte, ganz passend. Viel fehlte nicht, und die Luft über dem Lufthansa- Sportplatz hätte gedampft. 2500 Läufer drängten sich für den Hauptlauf in den Startkanal, der seit einigen Jahren aus Platz- und Vermessungsgründen direkt auf dem Sportplatz und nicht mehr nebenan in der Borsteler Chaussee ist. Darunter der Favorit bei den Männern, Jon-Paul Hendriksen - aber ansonsten fehlten diesmal einige gewohnte Namen (sein erwartetes Duell mit Mourad Bekakcha entfiel - dieser begleitete seine kleine Tochter zum Kinderlauf, lief aber wegen der anstehenden Deutschen Meisterschaft nicht mit) - und der Ausgang bei den Frauen war erstmal ganz ungewiss.

Um 11:00 ging es los, bei einem ganz bisschen Nieselregen. Die meisten Regenschirme in den Zuschauerreihen blieben allerdings zugeklappt. Vier Minuten und 29 Sekunden brauchte es, bis der letzte die Zeitnahmematte überquert hatte. Da waren die ersten schon fast bei km 1,5 auf der langen Geraden auf dem "Weg beim Jäger". Bis etwa km 3 entzerrt sich das Läuferfeld auf der voll gesperrten Straße. Erst auf dem Flughafengelände wird es wieder enger, erst recht bei der "Parkhausrunde" - die Rampe ins erste Stockwerk gehört zum Airport-Race dazu wie der Fischmarkt zum Marathon - ebenso wie der Krohnstiegtunnel zwischen km 8 und 9. Der verschaffte den Läufern diesmal für ein paar hundert Meter angenehme Abkühlung von der schwülen Luft draußen.

Favorit Hendriksen wurde seiner Rolle gerecht. Er lief mit einigem Vorsprung voran ein Solo- Rennen. Vor wenigen Wochen hat er zweimal kurz hintereinander den Hamburger Uralt- Betriebssport-Rekord über 10000m Bahn verbessert, zuletzt auf 31:45 - und ist in entsprechender Form. Es reichte sogar noch für seine Airport- Spezial- Showeinlage in der Einflugschneise, soll heißen, im Zielkanal: In Schlangenlinie und mit ausgestreckten Armen "landete" er - in 0:54:50. Kein Veranstaltungsrekord, aber für die Wetterverhältnisse eine ziemlich ordentliche Leistung. Allerdings, an seiner Leistungsgrenze lief „JPH“ noch nicht einmal, sondern nur etwa in seinem Wunsch-Marathon-Renntempo. Und: er war nicht mit dem Auto zum Start angereist, sondern 10 km eingelaufen. 1,5 Minuten hinter ihm folgte Paul Muluve, LBV Phönix Lübeck und als Dritter Jens Tippner von den Triabolos, der später bei der Siegerehrung feststellte - "Nur-Läufer" wird's freuen - dass ihm Laufen mehr liegt als Triathlon - trotz seiner Vereinszugehörigkeit. Tippner setzte sich außerdem an die Spitze der Wertung zum hella Laufcup.

Männer Top 3 (Bruttozeiten)

1. Jon-Paul Hendriksen (Laufwerk Hamburg e.V.), 0:54:50
2. Paul Muluve (LBV Phönix Lübeck), 0:56:29
3. Jens Tippner (Triabolos Hamburg) 0:56:43

Überraschung bei den Frauen: Wer ist Luba Demyd? Die Fitnesstrainerin aus der Ukraine kam in 1:07:46 durchs Ziel und ist in der Hamburger Läuferszene noch so gut wie unbekannt. Beim hella Halbmarathon hatte sie es bereits auf Platz 10 geschafft. Beim Alsterlauf dürfte man wieder von ihr hören, da sie für den hella Laufcup gemeldet ist, den sie jetzt mit 2 Minuten Vorsprung anführt. Auch die Zweite, Jana Baum (24) vom Team des Bernhard-Nocht-Instituts, ist in Hamburg neu. Und Nummer drei, Sonja Stähler, Diplom-Kriminologin, hatte im Frühjahr einen Startplatz für den Marathon gewonnen, dort ihre Marathon-Bestzeit um sagenhafte 40 Minuten auf 3:29 steigern können und kam nun in 1:10:37 ins Ziel und aufs Treppchen.

Frauen Top 3

1. Luba Demyd, 1:07:45
2. Jana Baum, BNI-Team, 1:10:09
3. Sonja Stähler, 1:10:39

Eine besondere Ehre: Erste der W70 wurde Marlis Schröder. Die vielfache Hamburger Marathonmeisterin hatte vor 27 Jahren das allererste Airport-Race gewonnen.

Zu den Traditionen des Airport-Race gehört neben Flugzeug-Medaillen (diesmal mit der Lockheed Super-Constellation) und Flugzeugmodellen als Siegprämien auch eine gesonderte Betriebssportwertung. 223 Männer und 52 Frauen nahmen daran teil.

Männer Top 3 Betriebssport

1. Andrew Mason, Airbus SG, 0:58:40
2. Wojciech Korba, Airbus SG, 1:00:04
3. Sebastian Schneider, Otto, 1:02:51

Frauen Top 3 Betriebssport

1. Karin Nentwig Hamburger Hochschulen, 1:11:46
2. Kerstin Frey, SG Zoll Hamburg, 1:22:06
3. Marianne Eis, DESY, 1:22:57

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